Theodor Storm

Hans Theodor Woldsen Storm (* 14. September 1817 in Husum; † 4. Juli 1888 in Hanerau-Hademarschen) war ein deutscher Dichter und Schriftsteller. Hauptberuflich war Storm zunächst als Rechtsanwalt tätig, später trat er in den Staatsdienst ein und wurde Amtsgerichtsrat.

Er schrieb mehrere Werke mit eindeutigem Bezug zur germanischen bzw. nordischen Mythologie, wobei er teilweise die Verzerrung des ursprünglichen Volksglaubens durch das Christentum zum Aberglauben herausarbeitete. Viele seiner Erzählungen beruhen auf eigenen Beobachtungen, auch wenn sich im Einzelfall der Ursprung anhand von Namen und Orten nicht immer nachvollziehen lässt.

Sein letztes und zugleich eines seiner bekanntesten Werke ist die Novelle Der Schimmelreiter, in der mehrere Bezüge zu Wotan bzw. Odin und seine Verteufelung durch die christliche Religion zu finden sind. Der Dichter versucht dabei einen neutralen Standpunkt einzunehmen. Bemerkenswert ist, dass er selbst kurz nach Erscheinen des Werkes starb, so als habe er damit das Ende und den Höhepunkt seines Schaffens zugleich erreicht. Storm legte bewusst keinen Wert auf ein kirchliches Begräbnis. Sein Grab erinnert an einen gewaltigen Sarkophag.

Die Erzählung Die Regentrude weist viele Ähnlichkeiten zu Frau Holle auf.

In einem wenig beachteten Gedicht drückt er die Abwendung vom Christentum aus:

Größer werden die Menschen nicht;
Doch unter den Menschen
Größer und größer wächst
Die Welt des Gedankens.
Strengeres fordert jeglicher Tag
Von den Lebenden.
Und so sehen es alle,
Die zu sehen verstehn,
Aus dem seligen Glauben des Kreuzes
Bricht ein andrer hervor,
Selbstloser und größer.
Dessen Gebot wird sein:
Edel lebe und schön,
Ohne Hoffnung künftigen Seins
Und ohne Vergeltung,
Nur um der Schönheit des Lebens willen.

Hier kommt auch die Ablehnung des Glaubens an ein persönliches Fortleben nach dem Tode zu Ausdruck, was in klarem Gegensatz zur christlichen Auffassung steht.

Werke (Auswahl)

  • Die Regentrude. Märchen. 1863
  • Der Schimmelreiter. Novelle. 1888