Teufel

Teufel (von diabolos = Zerstreuer) ist eine christliche Bezeichnung für ein Wesen, das der göttlichen Ordnung widerstrebt, und somit das Gegenteil eines Engels. Wie es verschiedene Engel gibt, so kann man auch verschiedene Teufel identifizieren. In den Sagen Westeuropas steht der Teufel vor allem in Verbindung mit Verträgen.

Mythologie

Zumeist wird jedoch von einem wirklichen oder höchsten Teufel ausgegangen, den man gemeinhin mit der Trickstergestalt einer bestimmten Mythologie identifiziert. Wenn im Christentum von "dem" Teufel die Rede ist, so sind damit meistens der semitische Iblis (der in der hebräischen Bibel mit "Satan", d.i. "Widersacher", umschrieben wird) oder der römische Luzifer gemeint. Es kann aber auch unabhängig davon jedes gottfeindliche Wesen "den" Teufel verkörpern.

Die Kirche deutete aber auch viele heidnische [[Gott|Götter] als Teufel oder glich das Bild ihres Teufels an entsprechende Götter an, die das verkörperten, was die jeweilige Kirche ablehnte. Dazu gehören etwa Figuren vom Typ "Gehörnter" oder "Wilder Jäger", möglicherweise in der germanischen Mythologie auch Odin oder Loki, auch der Weltfisch wird so bezeichnet. In dem Fantasy-Roman Das geborstene Schwert gibt sich Odin für "Satanas" aus, den eine Hexe für ihren Racheakt beschwört.

Im Monotheismus gilt der Teufel (vor allem aus mystischer und philosophischer Sicht) dabei als die "dunkle" Seite Gottes, die für Menschen unbegreifbar und schädlich ist. Mythologisch kann dieser Widerspruch dadurch gelöst werden, dass der Teufel Gott unterliegt (Zoroastrismus), Gott dient (Yezidentum) oder beide Seiten auch mythologisch in der Person Gottes verschmelzen (Shivaitischer HInduismus).

Deutungen

Kardinal Ratzinger (der spätere Papst Benedikt XVI.) bezeichnete den Teufel als die "Unperson". Auch in der mystischen Versenkung, die Gott als einzige Realität im Blick hat, darf dem Teufel keine Persönlichkeit zugesprochen werden. Als Teufel gelten dabei störende Erscheinungen und Wahrnehmungen, die den Gläubigen zwar faszinieren können, aber letztlich nur von der Gottesgegenwart ablenken.


Der Teufel in der Volkssage

Allgemeines

Als Widersacher gelten hier zumeist die Riesen.

Sie treten in vielen Sagen vom Typs des betrogenen Baumeisters auf, bei denen fragwürdige Verträge durch Tricksereien gegenüber dem Riesen oder Teufel zunichte gemacht werden. Auch treten Trickster und Teufel sogar zumeist gegeneinander an, wobei der Teufel unterliegt. Ein Beispiel dafür ist das Märchen Der Schmied und der Teufel, oder in der Hohen Mythologie der Riese Swadilfari, der die Burg Asgard erbaut. Auch der Dämon Mephistopheles, der in der deutschen Volkssage den Doktor Faustus zum Pakt bewegt, gehört zu diesem Typ.

Verschiedenes