Monate

(Weitergeleitet von September)

Die Monatsnamen die wir heute verwenden gründen auf dem römischen (julianischen) Kalender, der von Julius Caesar seinen Namen hat und noch in der Benennung "Juli" durchscheint. Im 15. Jahrh. wurde der ungenaue Julianische Kalender vom "Gregorianischen Kalender" abgelöst, der seinen Namen vom Papst Gregor ableitet. Das Wort „Kalender“ kommt von Lateinisch Calendarium, ein Verzeichnis der Kalendae, der jeweils ersten, auszurufenden (calare „ausrufen“) Tage eines Monats, da dann die Schulden im Rom zu bezahlen waren. Sprachpuristen haben im 19. Jahrh. das Wort "Kalender" durch den deutschen Begriff "Jahrweiser" ersetzen wollen.

Die Germanen unterschieden nicht wie heute in vier Jahreszeiten, die Angaben sind regional recht unterschiedlich. Nach Bede Verabilis Angaben zum Mondkalender wurde in zwei Jahreshälften unterschieden, wobei die Monate je nach Region anders benannt wurden. Es gab je zwei Doppelmonate: Juni-Juli in dessen "Mitte" die Sommersonnenwende fällt (meist am 21 Juni) und Dezember-Januar mit der Wintersonnenwende (zumeist 21. Dez.) Sowohl der germanische Monkalender als auch seine späteren Entsprechungen des Julianischen Kalenders gehen von einem Jahr mit 12 Monaten aus, zu denen sich hin und wieder ein 13. Mond gesellt. Jeder Monat dient nicht nur zur Datierung von Jahreszeiten und Festterminen, sondern besitzt auch im Brauchtum und der Magie besondere spirituellen Bedeutungen.


Vergleichende Übersicht der germanischen Monate

Die rheinwesergermanischen Franken und elbgermanischen Stämme hingegen übernahmen (aufgrund der engen Nachbarschaft wohl schon vor der Christianisierung) die römischen Monate. Wahrscheinlich wurden dabei die Neumondfeste am Monatsbeginn, die Vollmondfeste in der Monatsmitte fixiert. Im nordischen Kalender war dies entsprechend umgekehrt, da hier der Monat mit dem Vollmond begann.

Die Monatsnamen

Monat

Nordisch

Angelsächsisch Altfränkisch → Deutsch Römisch
1 Þorri Æftera Jéola; Gēola Wintarmânôd; Hartimânôd → Hartung Januar
2 Gói Solmōnaþ Hornung Februar
3 Einmánuðr Hréð-mónaþ Hrēþmōnaþ Lenzinmânôd → Lenzing
4 Gaukmanaðr Ēastermōnaþ Ôstarmânôth → Ostermond April
5 Eggtið Þrimilcimónaþ Winnimânôd → Wonnemond Mai
6 Sólmanuðr Ærra Líða; Sēremōnaþ Brâhmânôth → Brachet Juni
7 Miðsumar, Heyannir Æftera Líða, Mǣdmōnaþ Hewimânôd → Heuert Juli
7 /8 Miðsumar2, Tvímánuðr Líða3 Hewimânôth2 → Zwiemond Juli / August
8 Heyannir Weodmónaþ Aranmânôd → Ernting August
9 Kornskurðarmanuðr, Haust-mánuðr Háligmónaþ Wîtumânôd, Herbist → Scheidingmânôd September
10 Górmánuðr, Frermánuðr Vinterfylleþ Wîndumemânôd → Gilbhart Oktober
11 Frermánuðr Blótmónaþ Herbistmânôd, Wintarmânôd → Nebelung November
12 Jólmánuðr Ærra Géola, Gēolmōnaþ Heilagmânôd → Wendeling Dezember

Die Monate im Einzelnen

1.) Þorri - Giuli II - Wintarmânôth → Hartung

Das Wort Hartung ist angelehnt an das Wort hart im Sinne von kalt.

Beispiel: Es ist hart bei großer Kälte zu arbeiten.


2.) Gói Solmonath Hornung

Das Wort Hornung nimmt wahrscheinlich Bezug auf das Abwerfen des Geweihs des Wildes im Februar.


3.) Einmánaðr Hredhmonath Lenzinmânôth → Lenzing

Das Wort Lenzing findet sich im gebräuchlichen Wort Lenz wieder und hat die Bedeutung Frühling.

Beispiel: Der Lenz ist da!


4.) Gaukmanaðr Eosturmonath Ostarmânôth → Ostermond

Das althochdeutsche Wort für den Monat April ist Ostermond .

Das Wort "Ostern" bezieht sich ursprünglich entweder auf die Himmelsrichtung Osten, oder auf einen Taufritus mit Wasser. Der Monatsname kann sich ferner auf das Osterfest oder auf die Göttin Ostara beziehen.

5.) Eggtið Thrimilchi Winnemânôth → Wonnemond

ahd. Wunnimānōd, ist das Wort für den Monat Mai.

Das Wort Wonnemond steht mit dem Wort Wunn in Verbindung, das Weide bedeutet. Beispiel: "Was für eine Wonne". Das Wort Wonne bezieht sich hier auf die Pracht und den Reichtum einer guten Weide. Das Vieh und somit auch der Mensch hatten ab den Weidemonat Wonnemond wieder genug Nahrung.


6.) Sólmanaðr Litha I Brâchmânôth → Brachet

7.) Miðsumar Litha II Hewimânôth → Heuert

8.) Heyannir Veodmonath Aranmânôth → Ernting

Das Wort Ernting bezeichnet den Monat, in dem die Ernte eingefahren wurde.


9.) Kornskurðarmanaðr Halegmonath Wîtumânôth → Scheiding

10.) Górmánaðr Vintirfyllith Wîndumemânôth → Gilbhart

Das althochdeutsche Wort für den Monat Oktober ist Gilbhart

Gilben, vergilben nennt man etwas, das eine gelbliche Färbung annimmt. Umgangssprachlich wird der Monat Oktober als der goldene Oktober bezeichnet, wenn sich die Blätter gelb verfärben.


11.) Frermánaðr Blosmonath Herbistmânôth → Nebelung

Neblung ist der Monat, in dem nebel- und windreich der Winter beginnt.

12.) Jólmánaðr Giuli I Heilagmânôth → Wendeling

Der Monatsname Julmond weißt auf das Julfest und damit verbunden auf die Raunächte und die Wintersonnenwende hin.



Quellen