Njörðr

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In altnordische Mythologie ist Njörðr ein Gott der Vanir. Njörðr ist (mit seiner unbenannten Schwester) der Vater den Gottheiten Freyr und Freyja. Er war mit Skaði in einem von Unglück verfolgte Ehe, wohnt in Nóatún und wird mit dem Meer, dem Wind, dem Angeln, dem Wohlstand und dem guten Ernteertrag in Verbindung gebracht.

Njörðr kommt in der von Snorri Sturluson (13. Jh.) kompilierten Eddaischen Literatur vor: in der Prosa-Edda sowohl als auch in der Lieder-Edda, und in der Heimskringla in einer Vermenschlichung (Euhemerismus) als ein beliebter frühgeschichtlicher König von Schweden. Njörðr ist einer von drei Göttern, die beim Hauksbok Ringeid im 14ten Jahrhundert aufgerufen wurde. Die Verehrung Njörðrs hat bis ins 18te oder 19te Jahrhundert in norwegischem Volksgebrauch überlebt, wo der Gottheit als Njor aufgezeichnet wird und für einen großügigen Fischfang bedankt wird.

Sein Name wird als Fortsetzung des Namens Nerthus angesehen, die "Terra Mater" in Tacitus Beschreibung der germanischen Religion des 1. Jh.


Erwähnung

Prosa-Edda

Njörðr wird in der Prosa-Edda Bücher Gylfaginning' und Skáldskaparmál erwähnt.


Gylfaginning

Njörðr wird in der Liederedda im Kapitel 23 des Buches Gylfaginning vorgestellt. In diesem Kapitel wird Njörðr von der inthronisierten Figur High beschrieben. Njörðr lebt im Himmel in Nóatún, aber herrscht auch über die Bewegungen der Winde, besitzt die Fähigkeit Meer und Feuer zu beruhigen und soll bei der Seefahrt und Fischerei gerufen werden. High erzählt weiter, dass Njörðr sehr wohlhabend und erfolgreich ist und kann auch Land und Wertsachen an diejenigen gewähren, die um seine Hilfe bitten. Njörðr stammt von Wanaheim her und hat keine Asen Herkunft. Er wurde gegen Hœnir im Geiseltausch zwischen den Asen und Wanen getauscht.


Heimskringla

Njörðr taucht auf oder wird in drei Königssagen, die im Heimskringla gesammelt sind, erwähnt. Die Saga über die Ynglinge, die Saga von Håkon dem Guten und die Saga von Harald Graumantel. Im Kapitel 4 der Saga über die Ynglinge, wird Njörðr in Verbindung mit dem Krieg zwischen den Asen und Wanen vorgestellt. Nachdem beide Seiten Kriegsmüde geworden sind, beschlossen sie einen Friedensabkommen und tauschten Geiseln. Für ihren Teil der Abmachung schicken die Wanen den Asen ihre "hervorragendeste Männer". Njörðr, der als wohlhabend beschrieben wurde und Freyr, der als seinen Sohn beschrieben wurde, im Tausch gegen Hoenir von den Asen. Zusätzlich schicken die Asen Mimir in Tausch für den weisen Kvasir.


Modernes Brauchtum

Die Verehrung Njörðrs hat durch norwegisches Brauchtum bis ins 18te oder 19te Jahrhundert in Erzählungen von einem Informant in Odda, Hordaland, Norwegen überlebt. Sie wurden von Halldar O. Opedal gesammelt und aufgezeichnet. Der Informant erläutert eine Familientradition wobei dem Gott für einen großzügigen Fischzug bedankt wird:


Das alte Volk (Volk von früheren Zeiten?) hatten eher Glück wenn sie auf Fischfang waren. Eines Abends haben alte Gunnhild Reinsnos (1746 geboren) und Johannes Reinsnos im Sjosavatn geangelt. Sie hatten einen Fackel mitgenommen und hatten mit lebendigem Köder geangelt. Die Fische haben schön angebissen und es dauerte nicht lange bis Gunnhild den Wochenbedarf für ihren Topf eingefangen hat. Also hat sie ihre Angelleine um die Angelrute gerollt, und sprach: "Ihm sei gedankt, Njor, für dieses Mal."


Weiter zitiert der Gelehre Georges Dumézil verschiedene Geschichten von die havmennesker (norwegisches "Seevolk"), die den Seewetter und Reichtum regulieren, oder bei manche Begebenheiten magische Boote verschenken. Hier gibt es wahrscheinlich eine Verbindung zu Njörðr.


Links

Der Artikel wurde aus dem englischen Wikipedia ins Deutsche übersetzt.[1]