Loki

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Loki

Loki (oder auch Lodur, Loge, Lofn, auch Loptr, nord. von logi „Feuerbringer”, „Lohe”?, „Luftgott”) Loki gilt als Sohn des Riesen Farbauti und der (Göttin?) Laufey (oder Nal) und gilt daher auch als Riese. Brüder des Loki sind Byleipt und Belblindi. Er wurde durch die Blutsbrüderschaft mit Odin in das Geschlecht der Asen aufgenommen. Er ist das Kind zweier Riesen, dennoch einer der Asen. Sein Vater ist Farbauti, seine Mutter Laufey (Laubinsel) oder Nal (beide mütterlichen Namen sind erwähnt), seine Brüder sind Byleipt und Helblindi, seine Frau ist Sigyn. Durch „Blutsbrüderschaft“ steht er in besonderer Beziehung zu Odin. Er wird manchmal auch als Odins Ur-Bruder identifiziert, was sich aus dem Namen Lodur (in Gylfaginning als Gott We bekannt) ableiten lässt. Eine Deutung will Loki als Widerpart oder Abspaltung Odins in der nordischen Sage erklären.


Herkunft/ Etymologie

Loki oder Loge (Lofn oder Loptr; norddeutsch von LogiFeuerbringer”, „Lohe”(?), „Luftgott” und "Lügengott"; nicht zu verwechseln mit dem Riesen Logi, dem Wildfeuer) wird auch als "Der Schliesser" (von altnord. luka) gedeutet. Allerdings sind eine Vielzahl von ihm zugeschriebenen Namensformen und Varianten bekannt, die eine Deutung seines Namens schwierig machen.

Auch wird er, nicht unumstritten, mit Lodur identifiziert. Lodhurr wird als "Wachsender" oder "Wachsenlasser" (evtl. zu go. Liudan, "Wachsen", altnord.Lódh "Frucht", ljódhr "Leute") oder zum angelsächsischen logdhor "arglistig" gestellt.Utgardloki bedeutet "Der Loki von Utgard" und deutet auf eine Spaltung der Entität Loki hin. Der Name des, von Loki im Mythos verschiedenem Logi bedeutet "Feuer, Flamme".Lokis Beiname Lopt ist wohl als "Luft, Luftiger, Luftikus" zu verstehen.

Eine transkulturelle Herleitung stellt ihn in Beziehung zum keltischen Lugh. Der Name Lugs jedoch hängt mit PIE leugʰ- ("schwören") oder aber *leug- ("schwarz") oder *leuǵ- ("zerbrechen") zusammen.Früher wurde eine Ableitung von *leuk- "strahlen" vermutet und Lugh als "der Helle", "der Leuchtende" oder "der Strahlende" gedeutet, dies wird aber mittlerweile nur noch selten vertreten.

Letztlich existiert noch eine weitere Theorie nach welcher Loki und die verwandten Trickstergestalten nicht auf germanische Gottheiten zurückzuführen sind sondern inspiriert wurden durch den christlichen Luzifer.Die Rolle die Lodder oder Loekke spielen ähnelt der aus bekannten Kobold, Riesen und letztendlich Teufelssagen.

In jedem Fall sind die Ähnlichkeiten zwischen Loki, Lugh und Luzifer auffällig und daher eine keltische oder christliche Herleitung oder Beeinflussung der Loki-Gestalt auch kulturgeschichtlich sehr gut möglich.

Die moderne, neopagane, Deutung Lokis ist oft stark geprägt von veralteten Etymologien (v.a. nach Grimm) die Loki als "Leuchter" und Lodhurr als "Lodernder" verstehen wollten und ihn mit dem Feuerriesen Logi und der Folklorefigur Lokje als Feuerriesen oder "Alben des Feuers" deuten wollten.Im deutschsprachigen Raum dienten Sagenfiguren wie der "Feuerpütz" als Bezüge. Goethe deutet in Faust II eine mögliche Entsprechung von Mephistopheles und Odin an, wobei Mephisto allerdings eher Loki ähnelt.Bei Wagner ist Loki der stets veränderliche.Neuere Deutungen gehen jedoch mehr auf den "Trickster"-Aspekt und vermeintlich schamanoide Züge Odins und Lokis ein.Eine weitere Deutung will Loki als den Gott des Wandels verstehen, er ist der "Frühlingsgefährte" der Asen, wandelt sich dann zum Streithahn der für Verwirrung und Tod sorgt und "Schließt" die Wandlung dann im Ragnarök mit der Vernichtung der Welt ab.Dies könnte auf ein zyklisches Weltbild deuten und darauf ,daß Loki, Lodhurr, Logi und Utgardloki verschiedene Wesenszüge oder Erscheinungsformen des Gottes des Wandels sind.

Der nordisch-eddische Loki

Charakter

„Loki ist schmuck und schön von Gestalt, aber bös von Gemüt und sehr unbeständig. Er übertrifft alle andern in Schlauheit und in jeder Art von Betrug.” (Gylfaginning, 33) In seinem Trickreichtum und seiner Gerissenheit stellt er ein Musterexemplar des mythischen, nordamerikanischen „Tricksters“ dar. Er besitzt einen ausgeprägten Sinn für Strategie und nutzt ihn um mit Intrigen und ausgefeilten Lügen seine Interessen durchzusetzen. Seine äußere Gestalt ist wandelbar, sein Wesen und Verhältnis zu den Göttern zwiespältig.

Beziehungen

Die Riesin Sigyn gebar ihm Narfi, mit der Riesin Angurboda zeugt er drei Feinde der Asen: die Midgardschlange (Jörmungand), welche Thor, den Freund der Menschen, zum Ende aller Zeiten tötet, die Todesgöttin Hel und den Wolf Fenrir (Fenriswolf), der beim Weltende den Göttervater Odin verschlingen wird. Loki ist auch in Gestalt einer Stute die Mutter (!) von Odins achtbeinigem Ross Sleipnir, wie die Sage vom Riesenbaumeister erzählt.

Grundbedeutung / Varianten

Loki ist ein Meister der Metamorphose, der sich in verschiedene Tiere und Menschen verwandeln kann. Er wechselt auch sein Geschlecht, erlebt Schwangerschaft und Geburt, was von den germanischen Göttern für einen Mann als schändlich betrachtet wird. Es ist „eines Argen Art“, sich als Mann wie ein Weib aufzuführen: „Unter der Erde acht Winter warst du / Milchende Kuh und Mutter/ denn du gebarest da / das dünket mich eines Argen Art“, (Lokasenna Lokis Zankreden, 23).

Loki in der Ragnarök

Vor allem ist Loki der Feind Balders und ein Gegner Heimdalls. Am Tod des Gottes Baldur (oder Balder), dem „Feind allen Unrechts“, hat Loki als Ratender (an. radbani) Anteil, indem er den blinden Hödr veranlasst, einen Mistelzweig zu werfen, so zu lesen in (an.) Balders Draumar, den Träumen Balders:

Ausgehend von den beunruhigenden Träumen des Gottes nahm seine Mutter Frigg allen Lebewesen und Pflanzen einen Schwur ab, dem Gott nicht zu schaden, der „der beste aller Götter“ ist. Frigg beachtete aber die Mistel nicht, da sie ihr zu klein, zu jung und zu unbedeutend erschien. Auf dem Thing der Götter machte man sich nun einen Spaß daraus, mit allen möglichen Dingen nach Balder zu werfen – denn nichts konnte ihn treffen. In der Versammlung fragte Loki den abseitsstehenden, blinden Hödur, ob er nicht auch wie die anderen nach Balder werfen wollte. Da Hödur blind war, gab ihm Loki die Mistel in die Hand und deutete ihm die Richtung, in die er werfen sollte. Hödur warf – und der schwache Mistelzweig wurde zum tödlichen Geschoss. Balder, so getroffen, sank tot zusammen. Mit dieser Tat leitet Loki den Untergang der Götterwelt ein.

Loki hatte die Asen in seinen Zankreden (Lokasenna) derart erzürnt, dass er sich vor ihnen verstecken musste. Er machte sich in einem Berg ein Haus mit vier Türen, so dass er nach allen Seiten sehen konnte. Oft am Tage verwandelte Loki sich in einen Lachs und versteckte sich im Wasserfall Franangr. Einmal, als er so alleine da saß, nahm er Flachsgarn und verflocht es zu Maschen, wie man seitdem Netze macht. Da sah er, dass die Asen nicht weit von ihm waren und er sprang schnell ins Wasser, um sich zu verstecken. Die Asen fanden aber das Netz, und einer von ihnen kam auf die Idee, dass es ein gutes Mittel sei, Fische zu fangen. Als Loki von dem Fischnetz in die Enge getrieben war, sprang er darüber. Thor griff nach ihm und bekam ihn auch in der Mitte zu fassen, aber er glitt ihm aus der Hand, so dass er ihn erst am Schwanz wieder festhalten konnte. Darum ist der Lachs hinten spitz. Loki ist als Kulturheros der Erfinder des Fischnetzes, aber er, der Tölpelhaftigkeit und Listenreichtum in sich vereint, wird auch zum Opfer seiner eigenen Erfindung.

Mit den Eingeweiden seiner Söhne wird Loki auf spitze Felsen gefesselt. Über seinem Kopf hängt eine Schlange, die ätzenden Speichel tropfen lässt. Seine Frau Sigyn steht neben ihm und fängt den Speichel in einer Schüssel auf. Nur wenn sie die Schüssel leeren muss, kommen ein paar Tropfen Speichel auf Lokis Gesicht und er schüttelt sich, wodurch die Erdbeben entstehen.

Doch zum Ende aller Zeiten befreit er sich und wird im Ragnarök (Schicksal der Götter) der Anführer der Mächte der Vernichtung von Götter- und Menschenwelt.

Loki und der Gott Heimdall töten sich in der Ragnarök gegenseitig.

Entgegen der landläufigen Meinung, Loki brächte Zwietracht und sein Begehr sei einzig auf Chaos und Zerstörung ausgerichtet, lassen die Geschichten um ihn erkennen, dass seine Handlungen letztendlich mehr Gutes als Schlechtes bewirken, auch wenn vielleicht gegen seine ursprünglichen Intentionen. Loki wird von den anderen Göttern meist herangezogen, um aussichtslose Situationen zu retten (was er auch immer schafft) und muss auch den von ihm angerichteten Schaden immer wieder gutmachen. Loki als "böse" oder "destruktiv" zu bezeichnen muss als ausschließlich christliche Sichtweise erkannt werden. Da nahezu alle schriftlichen Belege über Loki aus dem Hoch- und Spätmittelalter stammen, kann nicht zweifelsfrei behauptet werden, dass Loki in der beschriebenen Weise tatsächlich ein germanischer Gott war.

Süd- und Westgermanische Lokis?

Zumeist wird Loki als reiner Gott der Skandinavier angesehen.Eine vorchristliche Verehrung einer verwandten Figur bei den Südgermanen ist umstritten, obwohl es dafür zahlreiche Anhaltspunkte gibt. Erst im Zuge des "Mythologiepilzes" wurden diese Anhaltspunkte auf Loki gedeutet und flossen so in die heutige Loki-Vorstellung des Asatru-Glaubens ein.

Inschriften

Es existieren zahlreiche Inschriften für Gottheiten die etymologisch evtl. mit Lugh, Lodhurr oder sogar Loki in Beziehung stehen könnten:

  • Leucetios - "Der Leuchter"(?) siehe auch:Luchta
  • Leucimalacus -"Apfel reif werden lasser" (?) siehe auch:Lodhurr
  • Livicus - "Licht" (?) oder "Gastgeber" (?) siehe auch:Bruiden
  • Louccianus - "Leuchtendster" (?) siehe auch:Luchta, Luachad
  • Loucis - "Gott der Lichtung" oder "Blitz, Heller"
  • Loucetius - "Der Leuchter"(?) siehe auch:Luchta
  • Lougestericus - "Leuchter" (?) "Rabe" (?)
  • Lucubus - "Der Weisse", "Der Lichte", "Der Helle" (?)
  • Lucovebus - evtl. zu lucot- "Maus", evtl. "Mäusefürst" oder "Mäusevertreiber" (zu Apollo Smintheus)
  • Lucuttectus - evtl. "*lugu-tecto" d.h. "Lugos´Gut" oder "wandernder Lugos" oder ebenfalls zu lucot- maus.
  • Lugoves -"Die Krieger"(?) "Die Raben" (?) "Die Schwörer" (?)
  • Lugubus - "Der Rabenartige" (von Lugo-), "Der Wolfsartige" (von luco-,loco- "Wolf"), "Lügner) (?) (von Logô "Ich lüge") siehe:Logdhor, Logathor
  • Luxovius- "Gott von Luxovium", "Der Wärmespendende"(?) "Der Lichte"(?)

Eine Verwandtschaft des Namens allein ist jedoch kein Beweis für ältere Vorstellungen der mit Loki verbundenen Mythen.

Logathor

Auf der Nordendorfer Fibel erscheinen in einer Inschrift als mutßmaßliche Triade die Namen Donar, Wodan und ein Logathor.Bei diesem Logathor könnte es sich um eine Schreibweise des nordischen Gottes Lodhurr handeln.Andererseits wird Logathor zum angelsächsischen Glossenwort "logþer" oder "logeþer" gestellt und als "Ränkeschmied" gedeutet.In diesem Falle wäre es evtl. auch eine christliche Abschwörung an Donar und Wodan welche als "Ränkeschmiede" bezeichnet werden.

Lodder und Loeke (nordisch)

Lodder oder Loeke ist eine Sagengestalt aus Holland und Flandern .Der Name Lodders wird mit dem altnordischen Lodhurr in Verwandtschaft gesehen der Loekes mit dem Lokis bzw. dem skandinavischen Lokke oder Lokje, dem Milchhaut ins Herdfeuer geworfen wird (Norwegen) oder der seine Ziegen austreibt, wenn es gewittert (Dänemark) .Lodder ist ein Tückenbold der den Menschen Streiche spielt, Dinge versteckt und die Gestalt verschiedener Tiere, Hund, Pony, Kröte, annehmen kann.Er ist ebenso bekannt dafür Menschen zu tode zu erschrecken.Verwandte Sagenfiguren sind u.a. der Kludde und der Lange Wapper.

Lok (angelsächsisch)

Lok ist eine Sagenfigur aus England, bekannt aus dem sogenannten "Lincolnshire charm".Der Zauberspruch enthält die Zeile "(...)One for God, one for Wod and one for Lok (...)" wobei Wod auf Wodan bezogen zu sein scheint, "Lok" wird meist als angelsächsische Form von Loki gedeutet.

Lollus (deutsch)

Lollus soll ein angeblicher germanischer Gott der Franken gewesen sein, ein Bruder der Göttin Diana.Im Volksglauben lebt allerdings lediglich eine Märchengestalt namens Lollus oder Lolla fort, ein geiziges Kröten- oder wurmartiges Wesen welches sich von der Gier und Habsucht der Menschen nährt.

Muspilli

Im albairischen Stabreimgedixht Muspilli , welches den Weltuntergang beschreibt ist eine südgermanische Form des altnordischen Muspell wiederzufinden.In der Liederedda wird Muspell auch als Name des Feuerriesen Surt gesehen, Surt wiederum wird manchmal auch als identisch mit Utgardloki und anderen Herrschern der Riesen gedeutet.Surt und die volkstümliche Gestalt Lokke oder Lokje teilen beide eine Beziehung zum Feuer, ebenso wird Loki in der Völuspá Loki scheinbar zu den Muspelssöhnen oder Eldjötnar ("Feuerriesen") gezählt oder begleitet jene zumindest.Jedoch weist nichts darauf hin ,daß auch bei den Südgermanen Muspilli bereits eine Person oder Gottheit war.

Taten des Loki

Bau Asgards; Sleipnir

Einst half Loki beim Bau der Götterburg Asgard mit. Dessen Baumeister hatte sich zum Lohn die Freyja ausbedungen, dazu Sonne (Sol) und Mond (Mani), sofern er den Bau bis Ende des Winters vollenden würde. Die Asen willigten unter Schwur und Zeugen ein, doch als der Baumeister mit Hilfe seines Pferdes Swadilfari tatsächlich die Frist einzuhalten schien, beriet man sich und verlangte von Loki, der zu dem Handel geraten hatte, er solle den Baumeister um seinen Lohn prellen. Loki verwandelte sich daher in eine Stute und verführte den Hengst Swadilfari, so daß Asgard doch nicht rechtzeitig fertig wurde. Frucht jener Begegnung Lokis mit dem Pferd war Sleipnir,war Odins achtbeiniges Pferd Sleipnir (Gylf., 42).

Der verfluchte Hort

Einmal waren Odin, Hönir und Loki auf Ausfahrt. An einem Wasserfall tötete Loki einen Otter, der sich als Sohn des Bauern (Zwerges) Hreidmar herausstellte. Um das Wehrgeld bezahlen zu können nötigte Loki dem Zwerg Andwari dessen Gold ab. Zudem einen Ring des Zwerges, mit dessen Hilfe Andwari seinen Schatz hätte wiederherstellen können, weshalb Andwari, wegen dessen Abgabe, den Schatz verfluchte, der zwar den Asen freien Abzug sicherte, später als Nibelungenhort aber viel Leid verursachte (Lied vom Drachenhort u. Skaldskaparmal, 62).

Das Haar der Sif; Erwerb von Skidbladnir, Gungnir, Gullinborsti, Draupnir und Mjöllnir

Einmal hatte Loki der Sif, Thors Gattin, hinterlistig das Haar geschoren. Thor zürnte und zwang Loki, der Sif von den Zwergen neues Haar machen zu lassen, das wie echtes wachsen müsse. Loki begab sich darum zu den Söhnen des Dvergr Ivaldi nach Schwarzalfenheim und erhielt für die Sif goldenes Haar, dazu das Schiff Skidbladnir und den Speer Gungnir. Loki wettete mit Brock, dem Bruder des Sindri, daß dieser nicht annähernd so gute Dinge herstellen könne. Sindr legte daraufhin erst eine Schweinshaut, dann Gold und schließlich Eisen in die Esse, Brock bediente den Blasebalg. Trotzdem der während der Arbeit von einer Fliege geplagt wurde, gelang die Fertigung des Ebers Gullinborsti, des Rings Draupnirs und des Hammers Mjöllnir. Als nun Loki und Brock diese Wünscheldinge nach Asgard brachten, befand man, daß des Zwergen Gaben die besseren seien und Loki hatte seine Wette verloren. Loki konnte zwar sein Leben retten, doch nähte ihm Brock mit dem Riemen Wartari (Lippenreißer) den Mund zu (Skaldskaparmal, 61).

Entführung und Wiedergewinnung der Idun

Loki war für den Verlust und die Rückkehr der Göttin Idun und ihren Äpfeln der Jugend verantwortlich, die der Riese Thiazi entführt hatte. Auf einer Fahrt mit Odin und Hönir hatten die drei Asen Ochsen geschlachtet, doch wollte das Kochen nicht gelingen. Da kam ein gewaltiger Adler und sagte ihnen Hilfe zu, wenn er von der Mahlzeit seinen Anteil bekäme. Man willigte ein, doch Loki missfiel, daß der Adler — es war der Riese Thiassi — sich die besten Stücke sicherte. Er stieß den Adler mit einer Stange, wovon der aufflog und Loki mitschleppte. Voller Angst versprach ihm der der Listige die Idun und ihre Äpfel und half Thiassi, diese zu verschleppen. Ohne die Äpfel begannen die Asen zu altern. Nun zwangen die Asen Loki, die Idun wiederzubeschaffen. Der lieh sich von der Freyja ihr Falkengewand, flog zu Thiassi und griff sich die Idun, die er in eine Nuß verwandelt hatte. So flog Loki als Falke zurück nach Asgard, dicht gefolgt von dem Adler Thiassi, den aber die Asen in Asgard erschlugen. Nachdem die Asen Thiassi getötet hatten, verlangte dessen Tochter Skadi Buße, die unter anderem dank der List Lokis geleistet werden konnte, denn er band sich eine Ziege an die Lenden und brachte Skadi so zum Lachen (Skaldskaparmal, 56).

Loki stiehlt Freyjas Halsschmuck

Zu anderer Gelegenheit erzählte Loki dem Odin, wie die Freyja zu ihrem Halsschmuck Brisingamen gekommen war, nämlich indem sie vier Nächte mit vier Zwergen verbrachte. Das erzürnte Odin und er forderte Loki auf, den Schmuck zu beschaffen. Freyja verweigerte die Herausgabe und Loki sann auf Diebstahl. Er verwandelte sich in eine Fliege, drang damit in Freyjas Haus ein, fand sie schlafend und stach sie — nun in einen Floh verwandelt — in den Nacken. Freyja drehte sich herum, schlief weiter und Loki konnte den Verschluß öffnen. Er stach sie ein zweites Mal, worauf sich Freyja erneut umwandte und Loki ihr den gelösten Brisingamen abnehmen und zu Odin bringen konnte. Freyja mußte nun zur Wiedererlangung des Schmucks Krieg unter den Menschen entfachen (n. Titchenell, 1996, S. 209f.).

Beim Riesen Geirröd

Loki nötigte den Thor zu dessen Fahrt nach Geirrödsgard. Er selbst war aus Neugierde mit dem Falkengewand der Freyja zum Riesen Geirröd geflogen. Leichtsinnig ließ er sich von Geirröd fangen, der ihn drei Monate ohne Nahrung gefangenhielt, ehe Loki sich als Verwandelter zu erkennen gab. Nun mußte er er dem Geirröd schwören, daß er den Thor mit nach Geirrödsgard bringen werde, ohne dessen Hammer Mjöllnir und ohne den Kraftgürtel — sonst hätte Geirröd dem Loki sein Leben nicht gelassen, er brachte damit aber Thor und sich selbst in höchste Gefahr und nur durch die Hilfe der freundlichen Riesin Grid gelang die Überwindung des Geirröd und seiner Töchter Gjalp und Greip und (Skaldskaparmal, 60, siehe Thors Fahrt nach Geirrödsgard).

Auf der anderen Seite war es ebenfalls Loki, der Thor half, den Hammer Mjöllnir zurückzuerlangen.

Heimholung des Mjöllnir

Loki half dem Thor, den Hammer Mjöllnir zurückzuerlangen, als der in die Hände des Riesen Thrym gefallen war. Loki fand nämlich heraus, daß der Preis für die Herausgabe des Mjöllnir die Hand der Freyja war. Heimdall hatte die Idee, Thor solle in Freyjas Kleidern als Braut verkleidet zu Thrym gehen, Loki überredete Thor trotz dessen Bedenken dazu und mimte die Brautjungfer. Als Thrym schließlich den Hammer hervorholte, nahm Thor die Waffe und zerschmetterte alle anwesenden Riesen (Edda, Thrymlied).

Bei Utgardloki

Noch ein anderes Mal begleitete Loki den Thor, als der nach Utgard zum Utgardloki zog. Hier trat Loki gegen einen anderen namens Logi im Esswettkampf an und unterlag, wie auch Thor und Thialfi, der Knecht Thors, nicht in Wettkämpfen gegen die riesischen Mannen Utgardlokis bestehen konnten. Am Ende stellte sich alles als Blendwerk heraus (Gylfaginning, 46).

Baldurs Tod

Die Asin Frigg hatte allen Wesen, belebten wie unbelebten, den Eid abgenommen, daß niemand von ihnen jemals dem von allen geliebten Baldur ein Leid antun würde. Das missviel Loki und er verwandelte sich in ein altes Weib. In dieser Tarnung begab er sich zu Frigg und erfuhr von ihr, daß sie einzig der Mistel, die ihr zu jung erschienen war, keinen Schwur abgenommen hatte. Loki beschaffte sich einen Mistelzweig und gab ihn dem blinden Hödur, daß der damit auf den Baldur schieße, wie es die anderen Asen spaßeshalber mit Baldur machten. Hödur nahm den Mistelzweig, schoß, und Baldur fiel zum Entsetzen der Umstehenden tot zu Boden. Der Versuch des Hermod, Baldur aus dem Reich der Hel zu lösen schlug fehl, weil die Riesin Thökk um ihn nicht weinen wollte — auch dies ist ein Werk Lokis (Gylf., 49).

Lokis Zankreden und Gefangennahme

Damit nicht genug. Beim Festgelage in der Halle des Riesen Ägir, das die Götter nach Baldurs Tod abhielten, verspottete und beleidigte Loki alle anwesenden Götter (Edda, Lokis Zankreden): Eines der ersten Opfer ist der sonst als Redner und Dichter hochgeschätzte Bragi, dem der Spötter mangelnden Heldenmut vorhält. Der Dichtergott wehrt sich nur schlaff und meint, wäre die Halle kein befriedeter Bezirk, er wolle dem Loki schon sein Haupt abtrennen. Der aber bezeichnet ihn unbeeindruckt als „Bankzierde” und wendet sich den anderen zu. Erst Thors deutlicher Hinweis auf Mjöllnir trieb Loki zum Abzug.

Aber nun reichte es den Asen und sie trachteten, ihn zu fassen.

Loki floh nun in die Berge, verwandelte sich in einen Lachs und versteckte sich am Wasserfall Franangr, wo er darüber nachsann, was die Asen wohl unternehmen würden. Einmal flocht er sich aus Flachs ein Netz, stellte dann aber fest, daß die Asen ihn entdeckt hatten, denn Odin hatte ihn von seinem Hochsitz Hlidskalf aus erspäht. Rasch warf Loki das Netz ins Feuer und begab sich als Lachs verwandelt ins Wasser. Die Asen kamen hinzu und der weiseste von ihnen, Kwafir, entdeckte im Feuer die Reste des Netzes. Ein solches knüpften nun auch die Asen und fischten nach Loki, der zwar zunächst über das Netz springen konnte, dann aber von Thor gepackt werden konnte (Gylf., 50).

Lokis Gefangenschaft

Die Asen schleppten Loki in eine Höhle. Hier stellten sie drei Felsen auf, versahen sie mit Löchern und banden Loki daran fest. Als Fessel diente das Gedärm des Narwi, Lokis Sohn. Den und seinen Bruder Wali hatten die Asen ebenfalls gefangen und Wali in einen Wolf verwandelt, der darauf seinen Bruder zerriss. Loki wurde nun wie folgt gefesselt: der eine der spitzen Felsen stand ihm unter den Schultern, der andere unter den Lenden, der dritte unter den Kniegelenken, die Därme wurden zu Eisen. Überdies nahm die Skadi einen Giftwurm und befestigte ihn über Lokis Gesicht, dass dem das Gift schmerzhaft in die Augen troff. Dies soll sein böses Gewissen darstellen und ihn an seine Taten erinnern. Lokis Gattin Sigyn hielt zwar zu ihrem Gatten und fing das Gift mit einer Schale auf, doch muß diese regelmäßig geleert werden. In solchem Augenblick trifft das Gift Loki und er windet sich unter Schmerzen, wovon die ganze Erde bebend erzittert (Gylf., 50). Daher sollen die Erdbeben stammen. Loki ist nicht tot, nicht vernichtet. Das Böse ist nicht aus der Welt geschafft, sondern lebt in Lokis Kindern weiter, und sie sind nicht weniger gefahrdrohend, als er selber.

Loki führt die Riesen gen Asgard; sein Ende

Zur Götterdämmerung (Ragnarök) wird Loki wieder freikommen. Dann wird er die Toten, das Gefolge seiner Tochter Hel, zur Schlacht auf die Ebene Wigrid führen (Gylf., 51). Er soll auch das Schiff Naglfar kommandieren, das die Unholden befördern wird (Völuspa, 43). Loki selbst wird durch die Hand Heimdalls sein Ende finden und Heimdall findet den Tod durch Lokis Hand.

Brauchtum und Kult

Skandinavien

In Norwegen dachte man sich "Lokje" als im Herdfeuer wohnend. So wurde ihm in Telemarken die Haut der auf dem Herd gekochten Milch geopfert. Der als "Lokistein" bezeichnete Essestein von Snaptun zeigt ein rotes Gesicht, dessen Mund offensichtlich zugenäht ist, was eine Beziehung Lokis zum Schmiedehandwerk unterstützt.

Deutschland

Beim Mittsommerfeuer wurde der Lodder in katholischen Gegenden als "Luther" umgedeutet verbrannt. Frazer sah darin eine Erinnerung an die Baldag-Trauerriten. Züge Lokis als Sprecher der Zankreden finden sich bei der Fasnacht in Form des Faselhannes, der den Leuten ihre Verfehlungen vorliest. In den Germinon findet sich eine Funkenfeuer-Anrufung an Lodur als Träger des Urfeuers, der die Welt entzündet/auftaut und damit zum Leben bringt. Das närrische Treiben wird damit anhand einer Beziehung oder Gleichsetzung von Loki und Lodurr zum turbulenten Ergebnis der Weltschöpfung.

Links

Literatur

  • Yvonne S. Bonnetain: Der nordgermanische Gott Loki aus literaturwissenschaftlicher Perspektive. Göppingen 2006, Göppinger Arbeiten zur Germanistik Nr. 733, Zugl.: Tübingen, Univ., Diss., 2005, ISBN 3-87452-985-1
  • Dumézil, Georges: Loki, Darmstadt 1959.
  • James George Frazer: Der goldene Zweig (The Golden Bough).
  • Wolfgang Haase: Religion(Heidentum: Die Religiösen verhältnisse in den provinzen)
  • Mailahn, Klaus:Reineke Fuchs und die Göttin:Neue Erkenntnisse über ein heiliges Tier der Großen Mutter, GRIN Verlag, 2010
  • Simek, Rudolf:Lexikon der germanischen Mythologie. Kröner, Stuttgart 1984, ISBN 3-520-36801-3
  • Golthers Handbuch meint fälschlicherweise, dass Loki eine "christliche Erfindung" sei und der germanischen Götterwelt erst lange nach deren Verdrängung durch das Christentum zugedichtet wurde.