Kontinentalgermanische Mythologie

Unter kontinentalgermanischer Mythologie ist die vorchristliche Mythologie der germanischen Stämme auf dem europäischen Festland, ohne Skandinavien, zu verstehen. Dabei sind folgende Zeitperioden zu unterscheiden.

  1. vorrömische Eisenzeit (ca. 800 v.Zt.) Aus dieser Periode sind nur archäologische Funde bekannt (z. B. Opfermoor Oberdorla).
  2. Römische Kaiserzeit (ca. 50 v.Zt. - ca. 450 n.Zt.). Hauptquelle ist die Germania von Tacitus und mehrere Weihesteine.
  3. Frühmittelalter (ca. 450 - Christianisierung). Verschiedene Quellen, wie Runeninschriften, Zaubersprüche, Glossen.
  4. Hochmittelalter und frühe Neuzeit: Verdecktes Weiterleben von einigen Numina im Volksglauben und in Sagen. Diese wurden in der folgenden Periode gesammelt. Weitere Erkenntnisse können mittels der Sprachgeographie gewonnen werden.
  5. In der Neuzeit sind die Glaubensvorstellungen der germanischen Mythologie weitgehend erloschen. Allerdings beginnt mit Jacob Grimm ihre wissenschaftliche Erforschung. Seither gibt es auch Gruppierungen, die versuchen, die alte Religion wiederzubeleben (Neopaganismus, Asatru).