Heiliges Römisches Reich - Asawiki

Heiliges Römisches Reich

Das Heilige Römische Reich um 1250
Das Heilige Römische Reich um 1250

Das Heilige Römische Reich (HRR, Sacrum Romanum Imperium ) war nach dem mittelalterlichem Verständnis der translatio imperii (Otto von Freising) die Erbin des Römischen Reiches.

Das HRR entsteht aus dem Ostfrankenreich Regnum Francorum orientalium, das seinerseits 843 aus der Teilung des Karolingischen Reiches hervorging. Otto I. wurde 936 König des Ostfränkischen Reiches, und lies sich 962 zum Kaiser krönen. In der Folge bestand das HRR von 962 bis 1806, ab dem 15. Jh. auch bekannt als das "Heilige Römische Reich Deutscher Nation" (Sacrum Romanum Imperium Nationis Germanicae). Auch im Hochmittelalter war das HRR bereits als Regnum Teutonicum "Deutsches Reich" bekannt. Es umfasste im 10. Jh. im wesentlichen den heutigen deutsch- und niederländischsprachigen Raum, weitete im Hoch- und Spätmittelalter sein Gebiet aber nach Osten, Westen und Süden aus, so dass bis um 1520 Gebiete des heutigen Polen, Tschechien, Slowenien, Norditalien (Savoyen) und Westfrankreich (Lorraine, Hochburgund) dazukamen.

Die wichtigen Dynastien des HRR waren:

  • die Ottonen (Sächsisch), begründet von Heinrich dem Vogeler (876-936), vier Kaiser von 962 bis 1024;
  • die Salier (Fränkisch), vier Kaiser von 1027 bis 1125;
  • die Staufer (Schwäbisch), vier Kaiser 1152-1254;
  • die Habsburger, 16 Kaiser von 1452-1806.

Der Zusammenhalt des Reichs wurde durch die Reformationskriege wesentlich geschwächt, und nach dem Westfälischen Frieden von 1648 waren große Gebiete nur noch nominell Teil des Reichs: die Niederlande und Franche Comté unter der Herrschaft von Spanisch-Habsburg, Österreich mit Böhmen und Schlesien unter Herrschaft von Österreich-Habsburg, sowie die unabhängigen Niederländischen Provinzen und die Schweizerische Eidgenossenschaft. Das verbleibende Reich zerfiel schließlich 1806 in den Napoleonischen Kriegen ganz. Gleichzeitig nährte der Krieg gegen die französischen Revolutionsarmeen den aufkeimenden Nationalismus und die Idee eines Deutschen Volkes, so dass der Rumpf des sich 1806 auflösenden HRR schließlich eine nationale Identität als Deutschland annimmt, allerdings nur nach langen und blutigen Wirren, über das preußisch geprägte Deutsche Kaiserreich (1871-1918), den Ersten Weltkrieg (1914-1918), die Weimarer Republik der Zwischenkriegszeit (1919-1933), den nationalsozialistischen "völkischen" Imperialismus in einem "Dritten Reich" (1933-1945), den Zweiten Weltkrieg (1939-1945) und das geteilte Ost- (DDR) und Westdeutschland (BRD), 1949-1990.